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Der Oktober und November, die in der nördlichen Hemisphäre unwiederruflich die dunkle und kalte Jahreszeit einläuten, entsprechen der Botschaft der letzten Sonntage im Kirchenjahr vom Ende alle Dinge ganz gut. Die Hoffnung, die wir im Glauben allerdings hinsichtlich dieser letzten Tage haben, wurde uns wieder einmal umso bewusster im Frühlingsmonat November Südafrikas. Nicht nur, dass alles in der Natur aufblühte und zu neuem Leben kam. Auch unsere Gemeinde erfuhr den Frühling auf besondere Art: am Vorletzten Sonntag des Kirchenjahres konstituierte sie sich als ordentliche Gemeinde (Evangelical Lutheran Congregation, oder in Kurzform: ELC). D.h. die Menschen, die bisher treu aber ohne feste Bindung die Gottesdienste am Seminar besuchten, banden sich an die Gemeinde mit dem Vorsatz, sie zu unterstützen und auf dem Fundament unseres Glaubens auf zu erbauen. Dieser gute Wille war an dem der Gemeindeversammlung folgenden Ewigkeitssonntag auch deutlich zu spüren: Die Beteiligung und das Engagement der ELC am zweiten Evangelisationsgottesdienst dieser Art im nahe gelegenen Arcadia Park war deutlich besser als beim ersten dieser Gottesdienste, der in der Passionszeit 2009 stattfand.

Und selbst nach der Sommerpause, die von Anfang Dezember bis Anfang Januar dauerte, ist der gute Wille noch zu spüren. Bisher erlebten wir den Start eines jeden Jahres eher als langsam: Nach und nach füllten sich bislang die Stuhlreihen im Verlauf des Januars und Februars. Dieses Jahr allerdings besuchten bereits in der zweiten Woche wieder mehr als 90 Menschen unseren Gottesdienst und seitdem ist die Zahl nicht mehr unter 100 Personen gesunken. Dieser Segen erfüllt uns mit hoffnungsvoller Freude; genauso wie einige andere Veränderungen in und um unsere Gemeinde: Mit diesem Jahr ist ein erster permanenter Lehrer an das Lutherisch Theologische Seminar gekommen, der mit seiner Familie auch das Leben unserer Gemeinde in positiver Weise bereichert. Außerdem hat sich Ende Januar aus Jugendlichen Gliedern unserer Gemeinde eine Band gebildet, die mit breitem Einverständnis der Gemeinde einmal pro Monat die Gottesdienste begleitet und bereichert.

Anfang Februar erfuhr dann unsere Jugendarbeit einen guten Neustart, der – so Gott will – unterstützt durch die Wahl eines Jugendvertreters auch längerfristige Früchte tragen wird. Mitte Februar hielt unsere Gemeinde nicht zuletzt ihre erste offizielle Jahreshauptversammlung ab, in der sie einen ordentlichen Kirchenvorstand und einen Rendanten wählte. Und damit ist – Gott sei Dank – ein wesentliches Ziel unserer Arbeit hier in Südafrika erreicht.

Wir sind uns allerdings bewusst, dass die eigentlichen Herausforderungen nun erst kommen: Unsere Gemeinde hat sich das Ziel gesetzt, innerhalb der kommenden drei Jahre strukturell und finanziell Eigenverantwortung zu übernehmen. Nur so – nämlich als Partner auf Augenhöhe – möchte die ELC die Eingliederung in eine der bestehenden Lutherischen Freikirchen (aller Voraussicht nach die FELSiSA) angehen. Ein Ziel das viel an Motivation und besonders der Führung Gottes bedarf, und das wir deshalb besonders Eurer Fürbitte anbefehlen. Ende Februar hieß unsere Gemeinde dann die neuen Studenten des Lutherisch Theologischen Seminars willkommen und feierte mit ihnen ein Gemeindefest zum Jahresanfang. Ein Jahr des Herrn, auf das wir uns freuen und in dem uns das Wort unseres Herrn begLEITEN möge:
Euer Herz erschrecke nicht! Glaubt an Gott und glaubt an mich!
Mit herzlichen Grüßen! Eure Wittenbergs |