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Da ist etwas, das mir immer wieder neu bewusst wird. Es ist traurig und gleichermaßen fröhlich, vor allem aber überaus faszinierend: Wir begegnen so vielen Menschen in unserem Leben. Manche treffen wir wiederholt über Jahre, ja Jahrzehnte. Anderen Menschen dagegen begegnen wir nur ein einziges Mal im Leben, vielleicht nur einen Augenblick, und danach nie wieder. Und trotzdem haben viele dieser Begegnungen, und oft sind es gerade diese einmaligen Augenblicke, eine große Auswirkung auf unser Leben. Dort nämlich, wo uns die Menschen, denen wir begegnen, mit ihrer Art oder mit dem, was sie uns sagen, etwas begreiflich und deutlich machen, das es unsere eigenen, weiteren Entscheidungen und Wege im Leben nachhaltig beeinflusst. Ich kann nicht annähernd ausmalen, welchen unschätzbare Bereicherung und welchen Segen wir so empfangen. Gerade in und durch die so unterschiedlichen Menschen, denen wir hier in Südafrika begegnen – besonders in unserer Gemeinde. Aber es lehrt mich zu schätzen, was wir an diesen Menschen haben, solange wir mit ihnen einen Weg gemeinsam gehen. Da sind z.B. unsere neuen Kirchenvorsteherinnen und Kirchenvorsteher. Nach ihrer Wahl Mitte Februar wurden sie am ersten Sonntag im März in einem Gottesdienst in ihr Amt eingeführt. Gleich im Anschluss an diesen Gottesdienst trafen wir uns - sozusagen programmatisch - zu einer gemeinsamen Sitzung mit dem Gesamtkirchenvorstand der deutschen und afrikaansen St. Paulusgemeinde, Arcadia (FELSiSA). Sinn dieses Treffens war, einen Prozess einzuleiten, an dessen Ende – so Gott will in Mitte 2011 – die Aufnahme unserer ,englischen‘ Gemeinde in die Paulusgemeinde steht. Durch diesen Anschluss würde unsere Gemeinde Teil einer Lutherischen Kirche, die bis zu einem gewissen Punkt für die weitere Betreuung unserer Gemeindeglieder garantieren könnte. Ich kann nicht sagen, wie froh und dankbar ich darüber bin, diese gestandenen Geschäftsleute an meiner Seite zu haben, die mir helfen, die Gemeinde auf dem Weg dieses Prozesses zu begleiten. Da sind z.B. aber auch die Konfirmanden, deren Prüfung ich in zwei Märzwochen vorbereitete, die auf die Einführung des Kirchenvorstands folgten. Nach einem Jahr gemeinsamen Weges mit Unterrichten und Gottesdienstes stellten sie am Palmsonntag erfolgreich unter Beweis, dass sie etwas vom Christlichen Glauben gelernt haben. Zu sehen, dass nicht nur ich an Erfahrung reicher geworden bin durch dies Jahr Unterricht, macht mich froh und zuversichtlich für die neue Klasse. Im selben Zeitraum - Ende März - startete nämlich bereits die nächste Konfirmandenklasse mit acht Mädchen und Jungen, die voraussichtlich im Frühjahr 2011 geprüft und konfirmiert werden (Foto).
 Die Konfirmation feierten wir am Sonntag Miserikordias Domini, mit über 200 Menschen, die zu Teilen vor der Kirche sitzen oder stehen mussten. Die Konfirmation war allerdings nicht das einzig Besondere, das wir in diesem Gottesdienst erlebten. Ein 20jähriger Student, der nach einem Jahr Unterricht sein Taufbekenntnis ablegte, wurde in diesem Gottesdienst getauft und dann zusammen mit den Konfirmanden eingesegnet. Die Treue und Verbindlichkeit, in der dieser junge Mann seinen Unterricht besuchte und lernte, ist in vieler Hinsicht vorbildlich. Seine Treue spiegelt aber auch ein wenig wieder, was wir in der Gemeinde auf einer ganz anderen Ebene, nämlich im Hinblick auf das zunehmende ,Übernehmen von Verantwortung‘ und das ,Sich-Einbringen‘ von Gemeindegliedern erleben. Auf der Synode der Freien Evangelisch Lutherischen Synode im Südlichen Afrika (FELSiSA) in Durban zeigte sich, dass auch hier die gegenseitige Begegnung mit ,anderen‘ Dinge in Bewegung setzt. Ich nahm, gemeinsam mit Vertretern einer anderen noch unabhängigen Gemeinde, als offizieller Gast an der Synode teil, um Zeugen von durchaus bedeutenden Veränderungen innerhalb der FELSiSA zu werden. Nicht nur, dass sich die FELSiSA, nachdem sie English als offizielle Synodalsprache eingeführt hat, auch auf der Ebene gesamtkirchlicher Veranstaltungen für die englische Sprache, und somit für andere Menschen öffnet. Die Synode verabschiedete eine Änderung der Grundordnung, nach der unabhängige Gemeinden, die noch nicht gänzlich in die Struktur der FELSiSA passen, eine assoziierte Mitgliedschaft beantragen können, bis dies erreicht ist. Die Aufnahme der ersten Gemeinde mit diesem Status wurde ebenfalls auf der Synode beschlossen. Und so hat die FELSiSA ihre erste - wenn auch noch ,nur‘ assoziierte - über tausend Glieder zählende Tswana-Gemeinde aus Diepkloof (Soweto)!!! Am letzten Sonntag im Mai, dem Dreieinigkeitsfest, feierten wir dann wieder einen Gottesdienst unter Begleitung unserer Band, die im Januar dieses Jahres entstand. Seither spielt sie jeden letzten Sonntag im Monat in unseren Gottesdiensten und belgleitet die Gemeinde beim Singen moderner christlicher Lieder. Allerdings war dieser Gottesdienst dabei in doppelter Hinsicht etwas Besonderes, denn wir konnten zum ersten Mal eine Verstärkeranlage nutzen, die wir mit Hilfe der Lutherischen Kirchenmission für unsere Gemeinde anschaffen konnten. Gleichzeitig war es allerding auch der vorerst letzte Einsatz unserer bisherigen Lead-Sängerin, Anita Burnham. Sie ist nach 6 monatigem Einsatz ihres Mannes Joe am Luth. Theol. Seminar mit ihrem Sohn und Ehemann wieder zurück in die USA.

Gerade letzten Sonntag konnten wir mit ihnen noch den gemeinsamen englischen Gottesdienst anlässlich des 40jährige Jubiläum (Fotos oben) der deutschen St. Paulusgemeinde miterleben (1. Juni), bevor sie abends den Flieger bestiegen – gerade rechtzeitig, oder auch nicht … denn mit Beginn der ersten Juniwoche steht Pretoria ganz im Zeichen des Fußballs.

Und das wird für die nächsten vier Wochen auch ganz sicher so bleiben – Schaun ma mal! was so daraus wird! In diesem Sinne grüßen Euch und Sie, Ihre Wittenbergs aus Pretoria! |