Evangelical Lutheran Congregation790 Arcadia Street, Arcadia (Pretoria)
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Ende März bis Juli 2009
8/4/2009 3:49:48 PM

Mit Leuten ins Gespräch zu kommen, die man nicht kennt; jemanden zu etwas einzuladen, von dem man selbst überzeugt ist, von dem man aber nicht weiß, ob der andere diese Überzeugung teilt: Es hatte schon etwas von Vertreterdasein, als Studenten des LTS gemeinsam mit mir am vorletzten Samstag im März in den nahe gelegenen Arcadia-Park gingen, um dort mit Handzetteln und Gesprächen zu unserem Evangelisationsgottesdienst einzuladen, der am folgenden Nachmittag dort stattfand.



Zunächst allerdings feierten wir am Sonntagmorgen zusammen mit der deutschen und afrikaansen Paulusgemeinde einen Vorbereitungsgottesdienst; gute vier Stunden später erst ging es dann los. Mit eigens angefertigtem Kreuz, vielen Bläserinnen und Bläsern sowie zahlreichen Gemeindegliedern pilgerten wir die Arcadiastraße hinab bis in den Park hinein. 



Dort stellten wir das Kreuz auf, installierten eine Lautsprecheranlage und begannen: mit Chorälen, Chorussen, Kurzpredigten in vier verschiedenen Sprachen und vielen Helfern, die zunächst Programme an Passanten verteilten und sie einluden mit zufeiern, und die nach der Veranstaltung den Park von Müll befreiten.
Ob und welche Wirkung diese Veranstaltung hatte, lässt sich schwer sagen. Dass sie eine Wirkung hatte, nicht zuletzt auch bei uns, dessen sind wir uns aber gewiss; und so steht der Beginn der Planungen für eine weitere dieser Veranstaltungen in einigen Wochen wieder an.
Die sich anschließende Osterzeit war für unsere Gemeinde wieder einmal eine Verschnaufpause, da sie mit Schulferien und Vorlesungsfreier Zeit verbunden war. Viele machten sich auf den Weg aufs Land oder in die Ferien. Diejenigen aber, die zurückblieben, feierten in überschaubarerem Kreise eine besinnliche Osterwoche, und erlebten unter anderem wie wir Ostermorgen das Osterlicht zum ersten Mal in Form einer Osterkerze entzünden konnten, die wir Dank einer Spende aus Deutschland angeschafft haben.


 
Die auf Ostern folgende Woche nutzten wir dann privat als Verschnaufpause, und fuhrne mit Verwandten an die See. Rev. Nathan Mntambo, der Hebräischlehrer am LTS, übernahm in dieser Zeit freundlicher Weise meine Vertretung und konnte so auch die Taufe eines Kindes vornehmen.
Gleich nach unserem Urlaub standen zwei neue Ereignisse an, die in gewisser Wese außergewöhnlichen Charakter hatten. Ende April wurde nämlich während unseres Hierseins das erste Brautpaar in unserer Gemeinde getraut. Unter Hilfestellung von Rev. Klaus Eckhart Damaske (Paulsgemeinde, afrikaans), der die entsprechende Qualifikation für standesamtliche Eheschließungen hat, vermählten wir das junge Brautpaar im engsten Kreise der Familie – einschönes Erlebnis auch für mich.
Für den darauffolgenden Sonntag dann war die zweite Gemeindeversammlung dieses Jahres angesetzt. Das Außergewöhnliche daran war, dass wir einen gast hatten: Rev. Dr. Dieter Reinstorff, den Vizepräsidenten der Freien Evangelisch- Lutherischen Synode in Süd Afrika (FELSiSA).



Er präsentierte unserer Gemeinde die FELSiSA als Kirchenkörper, informierte uns darüber was es bedeutet, Gliedgemeinde oder Kirchglied der FELSiSA zu sein, und stand nicht zuletzt für Fragen zur Verfügung. Fragen, die unsere Gemeinde im Prozess der Selbständigwerdung auf eine neue Stufe bringen.
In der darauffolgenden, fröhlich geprägten Nachosterzeit lag dann alles Gewicht in unserer Gemeinde auf der Vorbereitung des großen Pfingstgottesdienstes, den wir als Gemeinde zum ersten Mal als Gastgeber vorzubereiten hatten. Logistik, Technik, Essen und Getränke für bis zu 300 Gästen; eine Herausforderung, die wir Dank des Einsatzes vieler Gemeindeglieder und nicht zuletzt Gott sei Dank haben meistern dürfen.



Es soll nicht durch Heer oder Kraft, sondern durch meinen Geist geschehen, spricht der Herr Zebaoth (Sach 4,6). So lautete dann das Motto, unter dem wir uns versammelten. Anhand der Pfingstgeschichte, die genau wie die verschiedenen Lieder des Gottesdienstes in unterschiedlichsten Sprachen vorgetragen wurde, erfuhren wir mal ganz lebensecht, wie es beim ersten Pfingstfest gewesen sein muss. Auch die Taufen zweier Kinder ließ uns das Wunder der Geistesgabe bestaunen, und Gott für seine großen Taten mit unseren Stimmen und Instrumenten loben.



Die sich anschließenden zwei Wochen waren dann für uns durchweg geprägt von den letzten Vorbereitungen für usneren Deutschlandaufenthalt. Erleichternd und Bereichernd in diesem Zusammenhang war, dass ein Gastdozent des LTS, Prof. Joel Heck, am Trinitatisfest die Predigt hielt. Seine Frau Cheryl hatte unsere Gemeinde an vorangehenden Sonntagen bereits tatkräftig und eindrucksvoll an der Orgel unterstützt, so dass sich beide an diesem Trinitatisfest auf ganz aktive Weise auch von der gemeinde verabschiedeten. Und auch für mich war es für sieben Wochen der letzte Gottesdienst in unserer Gemeinde.
Am darauffolgenden Freitag flog ich meiner Familie voraus nach Deutschland, um in den darauffolgenden drei Wochen in verschiedenen Gemeinden der SELK Bericht zu geben über unsere Gemeinde und die Arbeit hier in Arcadia. 4000 gefahrene Kilometer, Besuche in 16 Gemeinden und Treffen mit 23 Gruppen (Schulklassen, Kinder- Jugend-, Senioren- und Gemeindegruppen) füllten diese Zeit mehr als gut aus, und viele gute Begegnungen und Gespräche haben sie geprägt.



Anstrengend war diese Zeit aber auch. Und so war ich froh, als ich mit Freunden meine Familie in Frankfurt am Flughafen abholen und dann drei Wochen Urlaub mit der der Familie machen konnte.
Diese sind nun aber auch wieder zu Ende, und wir sind bereits seit einer Woche wieder hier in Südafrika. Und Südafrika hat uns auf der anderen Seite auch ganz wieder: Schule für Sophie, vielerlei Besorgungen und Vorbereitungen für Mareike, und genügend Arbeit auch für mich.
Eine heiße Phase im Leben unserer Gemeinde liegt nämlich nun direkt vor uns: Veränderungen am Seminar und auch in der Beziehung zwischen Seminar und ELC nehmen konkrete Formen an. Dazu sind viele Gespräche nötig und viel Unterstützung im Gebet mehr als hilfreich.
Deshalb verbleiben wir – besonders mit dieser Bitte auf dem Herzen – und vielen lieben Grüßen!
Eure Wittenbergs

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