|  | Evangelical Lutheran Congregation | | |
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Es war Ende Januar: Die großen Sommerferien waren vorbei und wir hatten gerade mit der St. Paulusgemeinde unter Begleitung unserer Band zwei sehr schöne Semesteranfangsgottesdienste für Studenten gefeiert; als nach einem Sonntaggottesdienst eine junge Frau auf mich zukam. Sie erkundigte sich, ob es in unserer Gemeinde die Möglichkeit gäbe, sich konfirmieren zu lassen. Sie habe ihr Schuljahre im Internat verbracht und somit keine Möglichkeit gehabt, in ihrer Heimatgemeinde den Konfirmandenunterricht zu besuchen. Ich erklärte ihr, was ich normalerweise als Voraussetzung für die Konfirmation in Form von Unterricht zu vermitteln versuche, und wie lange das üblicherweise dauert. Sie zeigte sich daraufhin interessiert und versprach, am folgenden Sonntag zum Gottesdienst zu kommen ... was sie allerdings nicht tat; auch an den darauf folgenden Sonntagen nicht. Und da unser erstes Gespräch eher informativ war, hatte ich ihr zwar meine Kontaktdaten gegeben, von ihr aber keinerlei Adresse oder Telefonnummer erfragt, mit der ich sie nun hätte kontaktieren können. Ich musste mich also wohl oder über mit der Sache abfinden. Die Frage allerdings, warum jemand als Erwachsener Interesse an der Konfirmation bekundet, dann aber die Möglichkeit nicht wahrnimmt, löcherte mich schon. Und ich konnte nicht umhin zu vermuten, dass ihr der Aufwand und die Arbeit zu viel waren. Eine Einstellung, die mir in ähnlicher Weise auch in Deutschland begegnet ist; die mich aber oft hat fragen lassen: ‚Besteht dann wirkliches Interesse an der Sache?’ Nicht, dass ich tagelang über diesen Fragen gegrübelt hätte. Dazu nahm mich der Alltag viel zu schnell wieder in Beschlag; unsere Jahreshauptgemeindeversammlung und die Missionarsrüstzeit in Cyara standen vor der Tür. Besonders beschäftigten uns aber die in die Endphase gekommenen, nicht unkomplizierten Gespräche mit der St. Paulusgemeinde über einen möglichen Zusammenschluss. Und da waren nicht zuletzt ja auch noch die ‚normalen’ Dinge in der Gemeinde, zu denen auch der Unterricht mit einer neue Konfirmandengruppe gehörte. Ende Februar allerdings kam ein junger Mann aus der LCSA (ehemals LuKiSa) auf mich zu. Er hatte Anfang des Jahres eine junge Frau aus Botswana geheiratet, die zwar im ‚Dunstkreis’ einer Kirche aufgewachsen war, aber nie getauft wurde oder Kirche wirklich erlebt hatte. Da es dem jungen Mann und seiner Familie aber wichtig war, dass das neue Familienmitglied über den Glauben der Familie Bescheid weiß, willigte seine Ehefrau ein, informative Glaubensgespräche zu haben, die sich am Ablauf eines Konfirmandenkurses orientierten. Es sind diese Glaubensgespräche, die mich aufs Neue gelehrt haben wie sehr unvorstellbar segensreich Gottes Wort wirkt kann, wenn Menschen sich offen darauf einlassen. Ein Umstand, der andererseits aber auch die Frage in mir aufkommen lässt: Warum konfirmieren wir normalerweise nur Kinder im Alter von 11-14 Jahren? Macht so eine Tradition Sinn; besonders, wenn Konfirmanden aus Elternhäusern kommen, die nicht am Gemeindeleben teilnehmen (wollen). Wird Kirche mit ‚Tradition’ – auch die SELK in Deutschland – durch solch traditionelles Denken nicht eher an ihrem Auftrag und an segensreicher Arbeit gehindert? Auch die im Februar und März stattfindenden Gespräche mit der ‚deutschen’ St. Paulusgemeinde der FELSiSA in Pretoria, die wir hinsichtlich eines möglichen Zusammenschlusses unserer Gemeinden hatten, und der Besuch auf dem Missionsfest der FELSiSA-Gemeinden Our Saviour und Kirchdorf in Wartburg (Südafrika) Ende Februar haben diese Frage aufgeworfen: Wie sehr darf Tradition, wie sehr darf unser Verlangen, dass Dinge in unserer Gemeinde so ablaufen ‚wie immer’ (sei es hinsichtlich bestimmter Formen, hinsichtlich der Sprache usw.), den Auftrag, wir als Kirche Jesus Christi haben, nämlich in die Welt zu gehen und neue Jünger zu machen, hemmen oder begrenzen? Was ich hier in Südafrika nämlich gesehen habe, und täglich neu sehe ist, dass das Beharren auf dem Was (Gottes Wort) bei gleichzeitiger Offenheit für das ‚Wie’ (Formen und Traditionen) großen Raum schafft dafür, dass Menschen als Christen segensreich zusammenzukommen. Was ich dabei auch immer wieder lerne, ist dass dieses ‚Wie’ der Formen und Traditionen auch unsere Vorstellungen von Zeit einschließt. Dabei wissen wir doch aus Gottes Wort, dass Gott oft ganz andere Vorstellung davon hat, was an der Zeit ist oder nicht. So auch im Fall der zwei jungen Frauen, von denen ich oben erzählte. Die Ehefrau jenes jungen Mannes z.B., mit der ich nur rein informativ über ‚lutherischen Glauben’ reden sollte. Sie eröffnete vor zwei Wochen und nach vielen teils sehr tiefen und bewegenden geistlichen Gesprächen, dass sie getauft werden möchte. Und auch die junge Frau, deren wahres Interesse ich bereits angezweifelt hatte; vor vier Wochen hat sie sich endlich gemeldet und ihren Konfirmandenunterricht begonnen.
 Erlebnisse wie diese machen mich zuversichtlich, denn letztendlich zeigen sie mir, dass es Gott ist, der uns – wo wir ihm vertrauen – seine Wege führt; auch wenn es Wege sind, die nicht unbedingt immer unseren Vorstellungen oder Gewohnheiten entsprechen.
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Mit dem Ausblick auf die Fußballweltmeisterschaft hatte ich das letzte ‚latest update‘ beschlossen – eine Ewigkeit ist das schon her! Und wenn auch vieles in Politik und Wirtschaft hierzulande immer noch an dem Großereignis World Cup gemessen wird, so ist doch das Fieber jener vier Wochen schon laaaange abgeflaut. Selbst der ‚African Cup of Nation‘ der Frauen, der in den letzten Wochen hier in Südafrika stattfand, hat daran nichts geändert. Nichtsdestotrotz ist seitdem in Südafrika und auch in unserer Gemeinde und Arbeit geschehen. Die wesentlichen Ereignisse liefen dabei – ganz im Gegensatz zur Weltmeisterschaft – im Hintergrund ab: Seit Juli diesen Jahres gab es nämlich zahlreiche Kirchenvorstandsitzungen, sowohl intern als auch gemeinsam mit dem Kirchenvorstand der St. Paulus-Gemeinde der FELSiSA. Diese Sitzungen dienten der Orientierung und Bearbeitung von Fragen, die sich im Hinblick auf die Aufnahme unserer Gemeinde in die St. Paulus-Gemeinde der FELSiSA stellen, den beide Gemeinden für das Jahr 2011 anstreben. Dabei liegen die Schwierigkeiten dieses Prozess nicht so sehr der Umgang mit Strukturen oder Finanzen ist, wie man vielleicht meinen mag. – Unsere Gemeinde hat nämlich den ersten großen Schritt in eine finanzielle Unabhängigkeit bereits mit Bravour geleistet und bringt schon nach 1 ½ Jahren finanzieller Selbstverantwortung mehr auf als der Afrikaanse Teil der St. Paulusgemeinde. – Das, woran wir gemeinsam mit dem Vorstand der St. Paulus-Gemeinde viel härter arbeiten müssen, sind die Ängste, Vorurteile und anderen Nachwirkungen der Vergangenheit Südafrikas, die ein simples Zusammenkommen schwierig machen. Das Feiern gemeinsamer Gottesdienste ist uns deshalb so wichtig. Sowohl Gottesdienste wie das gemeinsame Missionsfest mit der FELSiSA-Gemeinde in Fairlands, Johannesburg. Unsere Gemeinde machte sich dazu mit einem 50-sitzer Bus (Bild unten) und mehreren PKWs auf den Weg, und erlebte eine gute Gemeinschaft.

Wichter für die Zukunft sind allerdings die gemeinsamen Gottesdienste mit der St. Paulus-Gemeinde der FELSiSa in Arcadia, so wie wir sie wieder am 8. August bei St. Paulus und am 19. September bei uns in der Gemeinde wieder feierten. Diese Gottesdienste sind nämlich nicht nur Ausdruck unsere Einheit im Glauben. Die Begegnungen, die z.B. nach dem Gottesdienst am 19. September bei Mittagessen stattfanden, haben uns darin bestärkt, dass die Furcht vor dem ANDEREN nur durch das gegenseitige Kennenlernen wirklich bewältigt werden kann. Eine Entwicklung, die – so Gott will – erfolgreich zum Wegweiser für die FELSiSA und LCSA in Südafrika werden kann. Beide Kirchen spielen nämlich als ZWEI konfessionslutherische Kirchen in EINEM Land eine traurige Einzelrolle im Weltluthertum. Im diesem Bewusstsein bin ich als Vertreter des Arcadia Lutheran Ministries Ende August dann auch gern der Einladung der FELSiSA-Gemeinden Vryheid und Newcastles gefolgt, Missionsfest zu feiern und von unserer Arbeit in Arcadia zu berichten. Doch nicht nur hinter den Kulissen unserer Gemeinde spielte sich viel ab. Auch im alltäglichen Leben unserer Gemeinde bewegte sich einiges Erwähnenswertes: Anfang September begannen einige Glieder unserer Gemeinde einen Bibelkreis, während eine Dame die Initiative ergriff und einen Teenager Kreis startete. Dieser Kreis trifft sich seitdem einmal im Monat in Häusern von Gemeindegliedern und findet erfreulich guten Anklang (Bild: Teenager beim Spielen).

Das Verheißungsvolle bei beiden Initiativen ist, dass die Planung und Durchführung ganz und gar in Eigenverantwortung von Gemeindegliedern geschieht. So, und ich glaube nur so, wächst das spirituelle Angebot unserer Gemeinde, und ich darf mich getrost auf Dinge wie z.B. den Unterricht konzentrieren, was im August und September diese Jahres auch in besondere Weise gefragt war. Neben dem normalen Konfirmandenunterricht bat nämlich auch eine junge Mutter um Aufnahme in die Gemeinde und Unterweisung. Da sie zu der Zeit auf Arbeitssuche war und deshalb relativ viel Zeit hatte, trafen wir uns dreimal wöchentlich für 1-1½ Stunden am Morgen auf dem Gelände des LTS zum Unterricht. ‚Was für ein Aufwand‘, möchte da vielleicht einer sagen. Doch diese zeitlich konzentrierte Unterweisung hat nicht nur dazu beigetragen, dass wir die Konfirmation dieser Frau nach abgelegter Prüfung bereits am 12. September feiern konnten. Die Tatsache, dass diese Frau mittlerweile ihre große Begabung als Sängerin in die Band unserer Gemeinde einbringt (Bild unten), zeigt mir, dass unsere Gemeinde, und letztendlich ich selbst für die Gelegenheit des Unterrichtes dankbar sein können. Genauso wie für jeden anderen auch, der kommt – oder von anderen gebracht wird, wie wieder bei einer Kindertaufe 10. Oktober geschehen.
 Am 17. Oktober dann trat das Anfang des Jahres berufene Finanzgremium unserer Gemeinde das erste Mal öffentlich in Aktion. Nach mehreren vorbereitenden Sitzungen veranstaltete das vierköpfige Gremium einen ausführlichen Workshop mit der ganzen Gemeinde. Ziel des Workshops war es, unseren Gemeindegliedern das Bewusstsein zu schärfen für die ganz weltlichen Bedürfnisse einer Gemeinde und die damit gegebene Verantwortung. Ein weiterer Workshop ist für den Beginn des anstehenden Jahres geplant. Ein weiteres erwähnenswertes, wenn auch nur kleines Ereignis war der Ausflug unserer Gentlemen‘s League am 13. November, an dem auch Glieder der St. Paulus-Gemeinde teilnahmen. Der Ausflug führte uns zu einer Zweigstelle der deutschen Firma SAR Elektronik GmbH, die vorzugsweise für BMW Produktionsautomatisierungen entwickelt. Der für uns allerdings interessantere Arbeitsbereich dieser Firma ist die Gewinnung alternativer oder recyclebarer Energien. Die extrem steigenden Energiekosten in Südafrika haben allgemein das Interesse an alternativen Energieangeboten gesteigert. Und so ließen wir uns sehr ausführlich über die Möglichkeiten der Nutzung von Sonnenenergie im privaten Haushalt unterrichten. Dies alles ist in der kurzen ‚Ewigkeit‘ seit der Weltmeisterschaft geschehen, die doch letztendlich mit der ‚Ewigkeit‘, die wir an diesem Sonntag feiern werden, in keiner Weise vergleichbar ist. Und weil mit dem Ausblick auf Gottes neue Welt am Ewigkeitssonntag für uns hier in Pretoria nicht nur das Kirchenjahr zu Ende geht, sondern auch das akademische Jahr am LTS und der Uni Pretoria, und unsere Gemeinde deshalb von so manchen Gemeindeglied Abschied nehmen muss – von manchen für ein paar Wochen, von anderen für immer –, feiern wir den diesjährigen Ewigkeitssonntag mit einem großem Festgottesdienst. Mit diesem Gottesdienst und dem anschließenden Beisammensein wollen wir unserer Freude darüber Ausdruck verleihen, dass wir uns alle, wenn nicht hier, dann doch durch Christus in der Ewigkeit wiedersehen werden. In diesem Sinne! Ihre Wittenbergs aus Pretoria
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Da ist etwas, das mir immer wieder neu bewusst wird. Es ist traurig und gleichermaßen fröhlich, vor allem aber überaus faszinierend: Wir begegnen so vielen Menschen in unserem Leben. Manche treffen wir wiederholt über Jahre, ja Jahrzehnte. Anderen Menschen dagegen begegnen wir nur ein einziges Mal im Leben, vielleicht nur einen Augenblick, und danach nie wieder. Und trotzdem haben viele dieser Begegnungen, und oft sind es gerade diese einmaligen Augenblicke, eine große Auswirkung auf unser Leben. Dort nämlich, wo uns die Menschen, denen wir begegnen, mit ihrer Art oder mit dem, was sie uns sagen, etwas begreiflich und deutlich machen, das es unsere eigenen, weiteren Entscheidungen und Wege im Leben nachhaltig beeinflusst. Ich kann nicht annähernd ausmalen, welchen unschätzbare Bereicherung und welchen Segen wir so empfangen. Gerade in und durch die so unterschiedlichen Menschen, denen wir hier in Südafrika begegnen – besonders in unserer Gemeinde. Aber es lehrt mich zu schätzen, was wir an diesen Menschen haben, solange wir mit ihnen einen Weg gemeinsam gehen. Da sind z.B. unsere neuen Kirchenvorsteherinnen und Kirchenvorsteher. Nach ihrer Wahl Mitte Februar wurden sie am ersten Sonntag im März in einem Gottesdienst in ihr Amt eingeführt. Gleich im Anschluss an diesen Gottesdienst trafen wir uns - sozusagen programmatisch - zu einer gemeinsamen Sitzung mit dem Gesamtkirchenvorstand der deutschen und afrikaansen St. Paulusgemeinde, Arcadia (FELSiSA). Sinn dieses Treffens war, einen Prozess einzuleiten, an dessen Ende – so Gott will in Mitte 2011 – die Aufnahme unserer ,englischen‘ Gemeinde in die Paulusgemeinde steht. Durch diesen Anschluss würde unsere Gemeinde Teil einer Lutherischen Kirche, die bis zu einem gewissen Punkt für die weitere Betreuung unserer Gemeindeglieder garantieren könnte. Ich kann nicht sagen, wie froh und dankbar ich darüber bin, diese gestandenen Geschäftsleute an meiner Seite zu haben, die mir helfen, die Gemeinde auf dem Weg dieses Prozesses zu begleiten. Da sind z.B. aber auch die Konfirmanden, deren Prüfung ich in zwei Märzwochen vorbereitete, die auf die Einführung des Kirchenvorstands folgten. Nach einem Jahr gemeinsamen Weges mit Unterrichten und Gottesdienstes stellten sie am Palmsonntag erfolgreich unter Beweis, dass sie etwas vom Christlichen Glauben gelernt haben. Zu sehen, dass nicht nur ich an Erfahrung reicher geworden bin durch dies Jahr Unterricht, macht mich froh und zuversichtlich für die neue Klasse. Im selben Zeitraum - Ende März - startete nämlich bereits die nächste Konfirmandenklasse mit acht Mädchen und Jungen, die voraussichtlich im Frühjahr 2011 geprüft und konfirmiert werden (Foto).
 Die Konfirmation feierten wir am Sonntag Miserikordias Domini, mit über 200 Menschen, die zu Teilen vor der Kirche sitzen oder stehen mussten. Die Konfirmation war allerdings nicht das einzig Besondere, das wir in diesem Gottesdienst erlebten. Ein 20jähriger Student, der nach einem Jahr Unterricht sein Taufbekenntnis ablegte, wurde in diesem Gottesdienst getauft und dann zusammen mit den Konfirmanden eingesegnet. Die Treue und Verbindlichkeit, in der dieser junge Mann seinen Unterricht besuchte und lernte, ist in vieler Hinsicht vorbildlich. Seine Treue spiegelt aber auch ein wenig wieder, was wir in der Gemeinde auf einer ganz anderen Ebene, nämlich im Hinblick auf das zunehmende ,Übernehmen von Verantwortung‘ und das ,Sich-Einbringen‘ von Gemeindegliedern erleben. Auf der Synode der Freien Evangelisch Lutherischen Synode im Südlichen Afrika (FELSiSA) in Durban zeigte sich, dass auch hier die gegenseitige Begegnung mit ,anderen‘ Dinge in Bewegung setzt. Ich nahm, gemeinsam mit Vertretern einer anderen noch unabhängigen Gemeinde, als offizieller Gast an der Synode teil, um Zeugen von durchaus bedeutenden Veränderungen innerhalb der FELSiSA zu werden. Nicht nur, dass sich die FELSiSA, nachdem sie English als offizielle Synodalsprache eingeführt hat, auch auf der Ebene gesamtkirchlicher Veranstaltungen für die englische Sprache, und somit für andere Menschen öffnet. Die Synode verabschiedete eine Änderung der Grundordnung, nach der unabhängige Gemeinden, die noch nicht gänzlich in die Struktur der FELSiSA passen, eine assoziierte Mitgliedschaft beantragen können, bis dies erreicht ist. Die Aufnahme der ersten Gemeinde mit diesem Status wurde ebenfalls auf der Synode beschlossen. Und so hat die FELSiSA ihre erste - wenn auch noch ,nur‘ assoziierte - über tausend Glieder zählende Tswana-Gemeinde aus Diepkloof (Soweto)!!! Am letzten Sonntag im Mai, dem Dreieinigkeitsfest, feierten wir dann wieder einen Gottesdienst unter Begleitung unserer Band, die im Januar dieses Jahres entstand. Seither spielt sie jeden letzten Sonntag im Monat in unseren Gottesdiensten und belgleitet die Gemeinde beim Singen moderner christlicher Lieder. Allerdings war dieser Gottesdienst dabei in doppelter Hinsicht etwas Besonderes, denn wir konnten zum ersten Mal eine Verstärkeranlage nutzen, die wir mit Hilfe der Lutherischen Kirchenmission für unsere Gemeinde anschaffen konnten. Gleichzeitig war es allerding auch der vorerst letzte Einsatz unserer bisherigen Lead-Sängerin, Anita Burnham. Sie ist nach 6 monatigem Einsatz ihres Mannes Joe am Luth. Theol. Seminar mit ihrem Sohn und Ehemann wieder zurück in die USA.

Gerade letzten Sonntag konnten wir mit ihnen noch den gemeinsamen englischen Gottesdienst anlässlich des 40jährige Jubiläum (Fotos oben) der deutschen St. Paulusgemeinde miterleben (1. Juni), bevor sie abends den Flieger bestiegen – gerade rechtzeitig, oder auch nicht … denn mit Beginn der ersten Juniwoche steht Pretoria ganz im Zeichen des Fußballs.

Und das wird für die nächsten vier Wochen auch ganz sicher so bleiben – Schaun ma mal! was so daraus wird! In diesem Sinne grüßen Euch und Sie, Ihre Wittenbergs aus Pretoria!
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Der Oktober und November, die in der nördlichen Hemisphäre unwiederruflich die dunkle und kalte Jahreszeit einläuten, entsprechen der Botschaft der letzten Sonntage im Kirchenjahr vom Ende alle Dinge ganz gut. Die Hoffnung, die wir im Glauben allerdings hinsichtlich dieser letzten Tage haben, wurde uns wieder einmal umso bewusster im Frühlingsmonat November Südafrikas. Nicht nur, dass alles in der Natur aufblühte und zu neuem Leben kam. Auch unsere Gemeinde erfuhr den Frühling auf besondere Art: am Vorletzten Sonntag des Kirchenjahres konstituierte sie sich als ordentliche Gemeinde (Evangelical Lutheran Congregation, oder in Kurzform: ELC). D.h. die Menschen, die bisher treu aber ohne feste Bindung die Gottesdienste am Seminar besuchten, banden sich an die Gemeinde mit dem Vorsatz, sie zu unterstützen und auf dem Fundament unseres Glaubens auf zu erbauen. Dieser gute Wille war an dem der Gemeindeversammlung folgenden Ewigkeitssonntag auch deutlich zu spüren: Die Beteiligung und das Engagement der ELC am zweiten Evangelisationsgottesdienst dieser Art im nahe gelegenen Arcadia Park war deutlich besser als beim ersten dieser Gottesdienste, der in der Passionszeit 2009 stattfand.

Und selbst nach der Sommerpause, die von Anfang Dezember bis Anfang Januar dauerte, ist der gute Wille noch zu spüren. Bisher erlebten wir den Start eines jeden Jahres eher als langsam: Nach und nach füllten sich bislang die Stuhlreihen im Verlauf des Januars und Februars. Dieses Jahr allerdings besuchten bereits in der zweiten Woche wieder mehr als 90 Menschen unseren Gottesdienst und seitdem ist die Zahl nicht mehr unter 100 Personen gesunken. Dieser Segen erfüllt uns mit hoffnungsvoller Freude; genauso wie einige andere Veränderungen in und um unsere Gemeinde: Mit diesem Jahr ist ein erster permanenter Lehrer an das Lutherisch Theologische Seminar gekommen, der mit seiner Familie auch das Leben unserer Gemeinde in positiver Weise bereichert. Außerdem hat sich Ende Januar aus Jugendlichen Gliedern unserer Gemeinde eine Band gebildet, die mit breitem Einverständnis der Gemeinde einmal pro Monat die Gottesdienste begleitet und bereichert.

Anfang Februar erfuhr dann unsere Jugendarbeit einen guten Neustart, der – so Gott will – unterstützt durch die Wahl eines Jugendvertreters auch längerfristige Früchte tragen wird. Mitte Februar hielt unsere Gemeinde nicht zuletzt ihre erste offizielle Jahreshauptversammlung ab, in der sie einen ordentlichen Kirchenvorstand und einen Rendanten wählte. Und damit ist – Gott sei Dank – ein wesentliches Ziel unserer Arbeit hier in Südafrika erreicht.

Wir sind uns allerdings bewusst, dass die eigentlichen Herausforderungen nun erst kommen: Unsere Gemeinde hat sich das Ziel gesetzt, innerhalb der kommenden drei Jahre strukturell und finanziell Eigenverantwortung zu übernehmen. Nur so – nämlich als Partner auf Augenhöhe – möchte die ELC die Eingliederung in eine der bestehenden Lutherischen Freikirchen (aller Voraussicht nach die FELSiSA) angehen. Ein Ziel das viel an Motivation und besonders der Führung Gottes bedarf, und das wir deshalb besonders Eurer Fürbitte anbefehlen. Ende Februar hieß unsere Gemeinde dann die neuen Studenten des Lutherisch Theologischen Seminars willkommen und feierte mit ihnen ein Gemeindefest zum Jahresanfang. Ein Jahr des Herrn, auf das wir uns freuen und in dem uns das Wort unseres Herrn begLEITEN möge:
Euer Herz erschrecke nicht! Glaubt an Gott und glaubt an mich!
Mit herzlichen Grüßen! Eure Wittenbergs
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Das letzte update hatte ich mit dem Verweis auf die spannende Zeit beschlossen, die vor uns und unserer Gemeinde liegt; und nun sind es schon nur noch sechs Wochen bis zu der Gemeindeversammlung, in der den Gesprächen und Anregungen des vergangenen Jahres eine konkrete Entscheidung folgen soll. Es ist die Entscheidung darüber, was die über einhundert Menschen wollen, die sich sonntäglich bei uns zum Gottesdienst treffen: Wollen sie zu einer Gemeinde zusammenwachsen, in der sie aktiv Verantwortung übernehmen, gestalterisch tätig werden und nach außen wirken, oder reicht es ihnen, wie bisher einen Lutherischen Gottesdienst mitzufeiern? Je näher der Tag dieser Entscheidung rückt, desto mehr tun sich plötzlich Fragen auf; Fragen, die einfach damit zu tun haben, dass wir Menschen die Zukunft nicht in der Hand haben, und sie deshalb auch nicht 100%ig vorausplanen können: Wie werden sich die Menschen entscheiden? Wie sehr wird es eine Entscheidung aus Überzeugung? Wie wird es weitergehen, wenn …? Wie werden die Menschen zu ihrer Entscheidung stehen – gerade dann, wenn die Entscheidung zugunsten einer Gemeindegründung aussieht? Die Gespräche, die wir Anfang August in verschiedenen Gruppen der Gemeinde führten, und auch die Begegnung mit dem Vorsitzenden des Arcadia Lutheran Ministries, Walter Stallmann (im Bildvordergrund mit seiner Frau beim gemeinsamen Mittag nach dem Pfingstgottesdienst),

Ende August, haben gezeigt, dass diese Fragen auch von Gemeindegliedern geteilt werden. Aber wie es nun mal bei den meisten Entscheidungen ist, wird sich auch hier erst eine klare Antwort zeigen, wenn wir die Entscheidung wirklich getroffen haben. Doch war die Strukturfrage unserer Gemeinde Gott sei Dank nicht das einzige, was im August anstand. Wir hatten wieder einmal lieben Besuch aus Deutschland: Prof. Werner Klän aus Oberursel war angereist. Zum einen nahm er an der Lutherischen Konferenz teil, die Mitte August im Südafrikanischen Fels stattfand. Zum anderen war er zum dritten Mal im Auftrag der Lutherischen Kirchenmission am Lutherisch Theologischen Seminar (LTS), um den Studenten vor Ort die Lutherischen Bekenntnisschriften näher zu bringen. Am Sonntag, den 23. August, predigte Prof. Klän dann auch in unserer Gemeinde und wir freuten uns sehr über seinen Dienst.
 An den drei darauffolgenden Sonntagen konnten wir dann in unseren Gottesdiensten jeweils fröhlich die Taufe eines kleinen Kindes feiern, und auch ein erwachsener College Student meldete sich in dieser Zeit zum Taufunterricht an. Die Arbeit mit Jugendlich und Studenten gestaltete sich allerdings nach der Rückkehr aus Deutschland als unstet. Vor unserem Deutschlandaufenthalt hatte sich die große Gruppe Jugendlicher entschlossen hatte, die wöchentlichen Treffen auf Sonntags nach dem Gottesdienst zu verlegen. Jedoch hat das nicht zu einer Verbesserung geführt; im Gegenteil. Nun bieten wir wieder freitags Abend Bibelarbeiten für Jugendliche an, und hoffen, dass sich die Gruppe wieder so langsam sammelt. Und auch das Singen kommt nicht zu kurz, denn erfreulicherweise hat ein Student des Seminars angefangen, gemeinsam – wenn auch noch nicht regelmäßig – mit Interessierten modernes christliche Liedgut einzuüben und in den Gottesdienst einzubringen. In der letzten Woche im September hatten wir dann noch einmal lieben Besuch aus Deutschland. Eine Reisegruppe aus Tarmstedt, Uelzen und Hannover, geführt von Missionar Christian Tiedemann und seiner Frau Christa-Maria, machte auf ihrer Rundreise zu den Missionsstationen der LKM die erste Station bei uns.

Neben dem Besuch touristisch Sehenswürdigkeiten Pretorias, informierte sich die Gruppe über unsere Arbeit an der englischen Gemeinde und besichtigte das Lutherisch Theologische Seminar sowie die St. Paulkirche unserer Schwesterkirche der FELSiSA. Wir genossen vor allem die gemeinsame Zeit mit der Gruppe während und nach den Mahlzeiten, die wir als Missionarsfamilie für die Gruppe organisiert hatten. Rechtzeitig zu diesem Besuch hat sich nun auch der – für uns dritte – Frühling hier in Südafrika eingestellt, der uns in diesem Jahr viel intensiver vorkommt als in den beiden Jahren zuvor. Und wir hoffen, dass unser Herr Gott in derselben Weise, wie er die Natur aufblühen lässt, auch unserer Arbeit hier vor Ort neue Kraft und Blüte geben möchte.

Dafür erbitten wir euer Gebet und Eure Fürbitte! Und so verbleiben wir mit herzlichen Grüßen! Eure Wittenbergs aus Pretoria
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Mit Leuten ins Gespräch zu kommen, die man nicht kennt; jemanden zu etwas einzuladen, von dem man selbst überzeugt ist, von dem man aber nicht weiß, ob der andere diese Überzeugung teilt: Es hatte schon etwas von Vertreterdasein, als Studenten des LTS gemeinsam mit mir am vorletzten Samstag im März in den nahe gelegenen Arcadia-Park gingen, um dort mit Handzetteln und Gesprächen zu unserem Evangelisationsgottesdienst einzuladen, der am folgenden Nachmittag dort stattfand.
 Zunächst allerdings feierten wir am Sonntagmorgen zusammen mit der deutschen und afrikaansen Paulusgemeinde einen Vorbereitungsgottesdienst; gute vier Stunden später erst ging es dann los. Mit eigens angefertigtem Kreuz, vielen Bläserinnen und Bläsern sowie zahlreichen Gemeindegliedern pilgerten wir die Arcadiastraße hinab bis in den Park hinein.

Dort stellten wir das Kreuz auf, installierten eine Lautsprecheranlage und begannen: mit Chorälen, Chorussen, Kurzpredigten in vier verschiedenen Sprachen und vielen Helfern, die zunächst Programme an Passanten verteilten und sie einluden mit zufeiern, und die nach der Veranstaltung den Park von Müll befreiten. Ob und welche Wirkung diese Veranstaltung hatte, lässt sich schwer sagen. Dass sie eine Wirkung hatte, nicht zuletzt auch bei uns, dessen sind wir uns aber gewiss; und so steht der Beginn der Planungen für eine weitere dieser Veranstaltungen in einigen Wochen wieder an. Die sich anschließende Osterzeit war für unsere Gemeinde wieder einmal eine Verschnaufpause, da sie mit Schulferien und Vorlesungsfreier Zeit verbunden war. Viele machten sich auf den Weg aufs Land oder in die Ferien. Diejenigen aber, die zurückblieben, feierten in überschaubarerem Kreise eine besinnliche Osterwoche, und erlebten unter anderem wie wir Ostermorgen das Osterlicht zum ersten Mal in Form einer Osterkerze entzünden konnten, die wir Dank einer Spende aus Deutschland angeschafft haben.
 Die auf Ostern folgende Woche nutzten wir dann privat als Verschnaufpause, und fuhrne mit Verwandten an die See. Rev. Nathan Mntambo, der Hebräischlehrer am LTS, übernahm in dieser Zeit freundlicher Weise meine Vertretung und konnte so auch die Taufe eines Kindes vornehmen. Gleich nach unserem Urlaub standen zwei neue Ereignisse an, die in gewisser Wese außergewöhnlichen Charakter hatten. Ende April wurde nämlich während unseres Hierseins das erste Brautpaar in unserer Gemeinde getraut. Unter Hilfestellung von Rev. Klaus Eckhart Damaske (Paulsgemeinde, afrikaans), der die entsprechende Qualifikation für standesamtliche Eheschließungen hat, vermählten wir das junge Brautpaar im engsten Kreise der Familie – einschönes Erlebnis auch für mich. Für den darauffolgenden Sonntag dann war die zweite Gemeindeversammlung dieses Jahres angesetzt. Das Außergewöhnliche daran war, dass wir einen gast hatten: Rev. Dr. Dieter Reinstorff, den Vizepräsidenten der Freien Evangelisch- Lutherischen Synode in Süd Afrika (FELSiSA).

Er präsentierte unserer Gemeinde die FELSiSA als Kirchenkörper, informierte uns darüber was es bedeutet, Gliedgemeinde oder Kirchglied der FELSiSA zu sein, und stand nicht zuletzt für Fragen zur Verfügung. Fragen, die unsere Gemeinde im Prozess der Selbständigwerdung auf eine neue Stufe bringen. In der darauffolgenden, fröhlich geprägten Nachosterzeit lag dann alles Gewicht in unserer Gemeinde auf der Vorbereitung des großen Pfingstgottesdienstes, den wir als Gemeinde zum ersten Mal als Gastgeber vorzubereiten hatten. Logistik, Technik, Essen und Getränke für bis zu 300 Gästen; eine Herausforderung, die wir Dank des Einsatzes vieler Gemeindeglieder und nicht zuletzt Gott sei Dank haben meistern dürfen.
 Es soll nicht durch Heer oder Kraft, sondern durch meinen Geist geschehen, spricht der Herr Zebaoth (Sach 4,6). So lautete dann das Motto, unter dem wir uns versammelten. Anhand der Pfingstgeschichte, die genau wie die verschiedenen Lieder des Gottesdienstes in unterschiedlichsten Sprachen vorgetragen wurde, erfuhren wir mal ganz lebensecht, wie es beim ersten Pfingstfest gewesen sein muss. Auch die Taufen zweier Kinder ließ uns das Wunder der Geistesgabe bestaunen, und Gott für seine großen Taten mit unseren Stimmen und Instrumenten loben.
 Die sich anschließenden zwei Wochen waren dann für uns durchweg geprägt von den letzten Vorbereitungen für usneren Deutschlandaufenthalt. Erleichternd und Bereichernd in diesem Zusammenhang war, dass ein Gastdozent des LTS, Prof. Joel Heck, am Trinitatisfest die Predigt hielt. Seine Frau Cheryl hatte unsere Gemeinde an vorangehenden Sonntagen bereits tatkräftig und eindrucksvoll an der Orgel unterstützt, so dass sich beide an diesem Trinitatisfest auf ganz aktive Weise auch von der gemeinde verabschiedeten. Und auch für mich war es für sieben Wochen der letzte Gottesdienst in unserer Gemeinde. Am darauffolgenden Freitag flog ich meiner Familie voraus nach Deutschland, um in den darauffolgenden drei Wochen in verschiedenen Gemeinden der SELK Bericht zu geben über unsere Gemeinde und die Arbeit hier in Arcadia. 4000 gefahrene Kilometer, Besuche in 16 Gemeinden und Treffen mit 23 Gruppen (Schulklassen, Kinder- Jugend-, Senioren- und Gemeindegruppen) füllten diese Zeit mehr als gut aus, und viele gute Begegnungen und Gespräche haben sie geprägt.
 Anstrengend war diese Zeit aber auch. Und so war ich froh, als ich mit Freunden meine Familie in Frankfurt am Flughafen abholen und dann drei Wochen Urlaub mit der der Familie machen konnte. Diese sind nun aber auch wieder zu Ende, und wir sind bereits seit einer Woche wieder hier in Südafrika. Und Südafrika hat uns auf der anderen Seite auch ganz wieder: Schule für Sophie, vielerlei Besorgungen und Vorbereitungen für Mareike, und genügend Arbeit auch für mich. Eine heiße Phase im Leben unserer Gemeinde liegt nämlich nun direkt vor uns: Veränderungen am Seminar und auch in der Beziehung zwischen Seminar und ELC nehmen konkrete Formen an. Dazu sind viele Gespräche nötig und viel Unterstützung im Gebet mehr als hilfreich. Deshalb verbleiben wir – besonders mit dieser Bitte auf dem Herzen – und vielen lieben Grüßen! Eure Wittenbergs
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Mit Beginn des neuen Jahres erwarteten uns am Seminar altbekannte und liebgewordene Gesichter: Pat und Lee Hoffmeier aus dem Southern Illinois Distrikt der Missouri Synode in den USA waren für einen weiteren, diesmal leider nur dreimonatigen Einsatz am Seminar angereist. Installationsarbeiten an den neuen Gebäuden des Seminars, sowie viele andere Arbeiten in und um das Seminar nahmen sie zunächst allein und ab Februar zunehmend unter der Hilfestellung von Studenten des Seminars in Angriff (im folgenden Foto mit Alena Heers).

Auch unserem Gemeindeleben tat ihr Besuch gut. Pat übernahm fast drei Monate lang den Orgeldienst, und Lee half besonders in der Zeit, in der noch keine Studenten da waren, mit der Übernahme der Präsentationen im Gottesdienst. Für die Gemeinde selbst nahm Ende Januar ein spannendes Jahr seinen Ausgang. So traf sich der im September letzten Jahres gewählte Interims-Vorstand Mitte Januar das erste Mal, um die Jahreshauptversammlung und ein weiteres Zusammenkommen der Gemeinde zu planen. Ende Januar gab es dann ein erstes sehr viel versprechendes Treffen mit dem Vorstand des Arcadia Lutheran Ministries (ALM).

Ein zweites Mal ging es Ende Januar dann auch wieder auf den Erstsemestertag der Universität Pretorias, um dort Studierenden Informationen über unsere Gemeinden zugänglich zu machen. Eine Aufgabe, die in der Zukunft sicherlich noch eingehender vorbereitet werden muss, wenn man sieht, wie stark Evangelikale Kirchen sich dort präsentieren, und wie wenig Lutherische Kirche dort bekannt ist. Auch in anderen Bereichen der Öffentlichkeitsarbeit nahmen wir unserer Arbeit wieder auf. Mit Olivia Phaala, die uns bereits letztes Jahr bei der Schaukastenarbeit half, planten und bereiteten wir das anstehende Jahr vor. Und immer wieder sehen wir and den Passanten, die stehen bleiben und schauen, wie sehr sich gerade diese Arbeit besonders lohnt. Anfang Februar begann dann auch das Semester am Lutherisch Theologischen Seminar; und nach und nach trafen die Studenten des Seminars ein. Ein wenig traurig war für uns allerdings festzustellen, wie sehr uns diejenigen fehlten, die letztes Jahr graduierten und nun nicht mehr am Seminar sind, sondern auf ihre Anstellung als Vikare warten. Dafür lernen wir nun neue Studenten kennen. Um nicht nur die Studenten willkommen zu heißen, sondern auch als Gemeinde bewusst anzukommen, feierten wir am 15. Februar nach dem Gottesdienst ein Gemeindefest. Und da dankenswerter Weise die Frauen und Männer der Gemeinde sich um den Einkauf des Fleisches für den Grill gekümmert hatten, war dieses Mal auch mehr als genug für alle anwesenden da. Aber nicht nur das trug zu einer guten Atmosphäre bei. Es war deutlich zu sehen, dass sich seit dem letzten Fest offenbar doch etwas getan hatte in der Gemeinde. Menschen, die bislang nach den Gottesdiensten zügig nach Hause fuhren, unterhielten sich nun eingehend miteinander. Deutlich später als beim letzten Gemeindefest verließen so die letzten Gemeindeglieder nach den Campus des Seminars.

Eine Woche später durfte ich auf dem Kinderlager der deutschen FELSiSA Paulusgemeinde eine Bibelarbeit mit den Eltern der Kinder, und sonntags den Gottesdienst mit den Familien machen. Ein Einsatz, der mir viel Freude bereitet hat. Begleitet wurden Mareike, Sophie ich dabei von Ruth Keidel, Mitglieder Missionsleitung. Sie war am vorhergehenden Freitag in Südafrika gelandet, um in Vertretung für Missionsdirektor die Missionare zu besuchen. Sie ließ es sich auch nicht nehmen, gleich am ersten Abend gemeinsam mit unserer Jugend im nahe gelegenen Venning Park Fußball zu spielen.

Am Montag derselben Woche ging es dann gleich angenehm weiter mit der Missionarsrüstzeit in Cyara: Gesprächsrunden mit allen Missionaren der LKM aus Südafrika und Botswana gehörten genauso zur Tagesordnung wie Bibelarbeiten, Sport, Schwimmen und freie Zeit. Umso schöner war diese Woche, da wir fast alle zum selben Examensjahrgang in Oberursel gehörten.

Ebenfalls in Cyara war Alena Heers, Volontärin der LKM. Sie hatte seit Juli 2008 in Serowe (Botswana) bei Missionar Christoph, und seit Januar 2009 in Umhlangeni bei Missionar Peter Weber geholfen. Nach Cyara kam sie dann mit uns nach Pretoria, um hier am Seminar ihren Einsatz in Südafrika zu beenden. Kaum zurückgekehrt stand dann die erst Gemeindeversammlung dieses Jahrs an: Und die Berichte machten dabei Mut. Nicht nur, dass die Gemeinde im Verlauf des letzten Jahres deutlich gewachsen ist. Auch die finanzielle Verantwortung wird offenbar von vielen Gliedern gesehen und wahrgenommen. Diese erfreulichen Aspekte halfen, dem anstehenden Jahr positiv aber auch mit dem nötigen Ernst entgegenzusehen. Eine Woche später dann durften wir die erste Taufe in diesem Jahr feiern; und wiederum eine Woche später die Konfirmation zweier Frauen, die seit letztem Jahr unterrichtet wurden. Nahtlos ging dies einher mit dem Start einer neuen Konfirmandengruppe.

Diese Woche nun steht alles im Licht des anstehenden Sonntags, an dem alle drei Lutherischen Gemeinden in Arcadia eine gemeinsame Evangelisationsveranstaltung im nahe gelegenen Arcadia Park geplant haben. Kurzpredigten in vier verschiedenen Sprachen, Lieder aus mehreren verschiedenen Kulturkreisen und die Anwesenheit dreier Gemeinden soll andere Menschen zum verweilen und Hören der Botschaft unseres Herrn einladen, der am Kreuz für uns genug getan hat. Und so warten wir gespannt, wie diese Woche wohl zu Ende gehen wird. Eure Wittenbergs
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Am 16. Dezember war es dann soweit: Unsere Freunde aus Dreihausen in Deutschland landeten und brachten ein gutes Stück Heimatgefühl mit. Gerade richtig zu Mareike Geburtstag. Naumanns im Gegenzug genossen zuerst einmal ausgiebig die Sonne und Wärme, die neuen Eindrücke der Großstadt, die so gar nicht mit den weitläufigen Vorstellungen von Afrika zusammenpassen: ‚Hier bekommt man ja alles und noch mehr als bei uns.’
 Kaum da, packten und erprobten wir auch etwas von der Posaunenliteratur, die Naumanns als Spende des Posaunenchors Dreihausen an unsere Gemeinde mitgebracht hatten. Mit Instrumenten der Gemeinde studierten wir für den 4. Advent und den Weihnachtstag einige Stücke für den Gottesdienst ein.
 Diese Gottesdienste feierten wir dann mit erwartet weniger Gemeindegliedern, da ja die meisten Studenten und auch Familien über die Schulferien aus Pretoria fliehen, um Ferien zu machen oder zur Familie aufs Land zu fahren. Doch waren es immerhin noch 50 Gemeindeglieder, mit denen wir am 4. Advent und Weihnachtstag die Ankunft und Menschwerdung unseres Herrn Jesus Christus feierten. Neben der musikalischen Unterstützung beteiligten sich Naumanns dabei auch am Aufbau unseres Kirch-Weihnachtsbaums. Und da wir in der Englischen Gemeinde keinen Heiligabendgottesdienst hatten, konnten wir alle zusammen den Gottesdienst der Paulusgemeinde besuchen, um dann gemeinsam Bescherung zu haben; mal ganz anders: mit kurzen Hosen und Barfuss bei immer noch 28°C.
 Am 2. Feiertag morgens ging es dann ab in den Urlaub, in dem wir viel Schönes miteinander erlebten und eine wundervolle Zeit verbrachten. Einer der Höhepunkte war dabei sicherlich die Begegnung mit folgender Familie.
 In der zweiten Januarwoche war es dann leider schon wieder Zeit gen Pretoria zurückzukehren. Die Zeit mit unseren Freunden ging ihrem Ende zu. Die letzten Tage verbrachten sie noch mit uns in Pretoria, um dann am 8. Januar die Heimreise anzutreten. Mit der Rückkehr begann auch für uns der Alltag wieder. Für mich waren es die Vorbereitung von Gottesdiensten und andere Dinge wie z.B. die Gestaltung der neuen Gemeindeinternetseite, die Erstellung eines neuen Gemeindebriefs und die Vorbereitung von Unterrichten und Sitzungen. Für Mareike war es vor allem die Vorfreude und Aufregung vor der Einschulung unserer Tochter, die dann heute endlich mit allem drum und dran von einer Vorschülerin zur Schülerin wurde: Schultüte, Begrüßung in der großen Schulaula, das erste Mal Schuluniform usw. Und so freuen wir uns auch, wieder Mal ein wenig geregelten Rhythmus zu haben.
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Am letzten Samstag im Oktober war der letzte von vier Sporttagen von Sophie’s Schule in diesem Jahr. Leider war Sophie krank und konnte selbst nicht mitmachen. Das hielt uns aber nicht davon ab, trotzdem beim Fun run zuzuschauen; der Sporttag stand nämlich unter dem Thema Laufen. Wieder einmal positiv erstaunte mich dabei, wie viel organisatorische Arbeit die Schulen hier in solche Veranstaltungen reinstecken, bei denen die Eltern involviert werden und Gemeinschaft entsteht: Neben der ganzen Organisation um das Laufen selbst (Laufrichter, Sanitäter, Ansager usw.) gab es Leute, die Kaffee und Waffeln verkauften und in anderer Weise für das Wohl derer sorgten, die beim Lauf teilnahmen oder auch nur zuschauten. Am nächsten Tag, dem letzten Sonntag im Oktober, durften wir dann einen wesentlichen, wenngleich auch unspektakulären Schritt in Lauf und der Arbeit unserer Gemeinde tun: Nach dem Gottesdienst traf sich zum ersten Mal das im September gewählte Interim Board, der Übergangsvorstand unserer Gemeinde und besprach hinsichtlich des Strukturprozesses die grobe Planung für das kommende Jahr. Für mich war es so wohltuend, endlich wieder Entscheidungen zusammen zu treffen, unterschiedliche Ansichten und Gedanken auszutauschen und gegeneinander abzuwägen zu können – was ein Kirchenvorstand doch für eine Wohltat sein kann. Noch mehr galt das dann für das gemeinsame Treffen unseres Interim Board mit dem Kirchenvorstand der St. Paulusgemeinde einen Monat später. Das gegenseitige Wahrnehmen und erste Kennen lernen der Personen und Visionen war – so denke und hoffe ich – positiv und für manche auch überraschend. Umso mehr erwarten wir nun mit freudiger Spannung, was sich aus den Planungen ergibt. Ein gemeinsamer Wunsch der Vorstände fand bereits vor dieser gemeinsamen Sitzung Umsetzung, nämlich die vermehrte Feier gemeinsamer Gottesdienste. Am Reformationssonntag trafen sich unsere Gemeinden, die Afrikaanse, die Deutsche und die Englische Gemeinde zu ihrem zweiten Gottesdienst in diesem Jahr – und es war wieder eine Wohltat. Nächstes Jahr sollen es dann mindestens vier Gottesdienste werden. Am darauf folgenden Dienstag bekamen wir dann wieder lieben Deutschlandbesuch, meine Schwester Eva. Vier Wochen verlebte sie in Südafrika; teils mit Freunden in der Karoo und Bekannten in Mpumalanga, teils mit uns. Neben schönen Extras wie Ausflügen in den Wildpark nach Pilanesberg oder Picknick im Botanischen Garten, Pretoria, hatte sie vor allem Teil an unserem Alltag. So erlebte sie z.B. eine von Sophies letzten Ballettstunden oder brachte sie mit zur Schule und zum Schwimmunterricht; sie ging mit Mareike Schwimmen oder Einkaufen und erlebte so auch zwei außerordentliche und auch Gemeinschaftsfördernde Gottesdienste unserer Gemeinde am Jahresende: die Prüfung und Konfirmation unserer jungen Konfirmandengruppe. Aber nicht nur die Konfirmanden kamen damit zum Ende ihres Unterrichts, der im Februar des Jahres begonnen hatte. Fast zeitgleich mit der Konfirmandenprüfung endete auch das letzte Quartal des Lutherisch-Theologischen Seminars. Und so verabschiedeten sich die Studenten von der Gemeinde; manche für immer, manche bis zum Beginn im neuen Jahr. Und was für die Studenten des Seminars galt, war für die Studenten der Universität und der verschiedenen Colleges in Pretoria nicht anders. Aus diesem Grund trafen wir uns mit ca. 20 Jugendlichen zu einem Abschlussabend der Jugend. Mit viel Musik und Tanz, mit Gegrilltem und ausgelassener Stimmung verabschiedeten wir uns voneinander für ca. 8 Wochen bis zum Neubeginn der Studienzeit Anfang Februar. Nachdem wir uns dann auch Ende November wieder von Eva verabschieden mussten, kam gleich der nächste Deutschland-Besuch, mit dem wir ein schönes Wochenende verbrachten. Das Ehepaar Brigitte und Friedhelm Behn aus Hermannsburg schaute auf seiner vierwöchigen Reise durch Südafrika und Botswana bei uns herein, um die letzten zwei Tage vor dem Rückflug noch einmal kurz zu verschnaufen. Die beiden unterstützen nämlich verschiedenste karitative Projekte im südlichen Afrika, u.a. auch drei Projekte unserer Mission; und all diese Projekte besuchten sie auf ihrer Reise. Der Austausch beim Bummel über einen weitläufig bekannten Künstlermarkt oder abends beim Grill mit Jagdfreunden war deshalb vor allem auch für uns sehr interessant und bereichernd. Mit dem letzten Sonntag im November begann dann auch hier die Adventszeit – wenn auch nicht mit Weihnachtsmärkten oder Schnee, so wie in Deutschland. Nichtsdestotrotz, der Nikolaus kam auch in Pretoria zu den Kindern, nämlich am Nikolausabend in Sophies Klasse. Die Kinder freuten sich mit ihren Eltern über den Besuch des rot gekleideten Mannes mit seinem Sack gefüllt mit Geschenken und die von den Kindern für die Eltern selbst gebastelten Nikolausüberraschungen. Wenige Tage später gab es dann noch weitere Überraschungen für Sophie. Da Sophies Geburtstag in den Ferien liegt, in denen die meisten ihrer Klassenkameraden in den Ferien sind, hatten wir schon am 5. Dezember, dem ersten Samstag in den Ferien zum Kindergeburtstag eingeladen. Mit Spielen, Kuchen und anderen Knabbersachen, Gesichtsschminke, Limbotanzen und Baden feierten wir unter dem Thema Hawaii einen Vormittag lang ausgelassen. In der darauf folgenden Woche hieß es dann zum zweiten Mal für mich, an der Jugendrüstwoche der FELSiSA in Wittenberg teilnehmen zu dürfen. Unter dem Thema: Ich bin – Du bist auch – Wir sind in Christus’ war es wundervoll, mit ca. 100 Jugendlichen aus ganz Südafrika und auch Deutschland Vorträge, Bibelarbeiten, Singeinheiten, Workshops und freie Zeit zu erleben. In all dem aber schwingt schon die Vorfreude auf die Weihnachtszeit mit, in der wir wieder die Menschgewordene Liebe unseres Vaters im Himmel feiern und uns unseres Herrn Jesus Christus freuen. Umso mehr tun Sophie, Mareike und ich das, da wir es mit unseren lieben Freunden, Maggi, Thorsten und Patrik Naumann aus Dreihausen machen dürfen, die uns über die Feiertage und bis hinein in das neue Jahr besuchen. Und mit dem Verweis auf diese bleibenden und innigen Beziehungen zu Dreihausen und den Dreihäusern verabschieden wir uns als Familie von dieser Stelle und Seite. Da nunmehr die Dreihäuser einen neuen ‚Perner’ und eine neue ‚Pernersche’ haben, möchten wir unsere latest updates nun in unregelmäßigen Abständen weiterführen, aber nun auf der Internetseite unserer jetzigen Gemeinde (www.elc790arcadia.org). Und so grüßen wir Euch und wünschen Euch von ganzem Herzen eine besinnliche Advents- und Weihnachtszeit, ein behütetes und frohes neues Jahr und Gottes reichen Segen für die Zukunft. Eure Wittenbergs
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